Elsternnest – Von Karnstein in ‚The Raven‘

Um zunächst zu klären woher dieser Name stammt:
Wer wie ich viel im Internet unterwegs ist, bei dem sammelt sich auf die Dauer eine Menge Fundstücke an und so gleicht mein Favoritenordner mittlerweile dem Nest der sprichwörtlich diebischen Elster, voll von schönem Krimskrams den man irgendwann gefunden hat. Unter dieser Kategorie werde ich nun in unregelmäßigen Abständen die schönsten Fundsachen präsentieren.
Anfangen will ich mit einer ganz besonderen Version meines Lieblingsgedichtes nämlich mit Richard Eismanns filmischer Umsetzung von Edgar Allan Poes weltbekannten The Raven, in der Hauptrolle Florian Dombach alias Von Karnstein als geplagter Ich-Erzähler.

Das Werk entstand, so Poe, mit Unterbrechungen in einem Zeitraum von 10 Jahren und war ursprünglich als kurzes Gedicht über eine Eule gedacht.
Zusammenfassung des Inhalts: Im Zentrum steht der nicht benannte Erzähler, welcher nach Lektüre morbider Bücher, die er las um sich vom Tod der Geliebten Lenore (eine Anspielung auf die gleichnamige Schauerballade Gottfried August Bürgers von 1774) abzulenken, dem Einschlafen nahe ein Klopfen an der Tür vernimmt. In der Hoffnung nur einen nächtlichen Besucher anzutreffen, öffnet er die Tür findet aber niemanden vor der das Klopfen verursacht haben könnte. Als er kaum die Tür geschlossen hat klopft es am Fenster, auch dies öffnet er und ein Rabe fliegt hinein. Die Frage nach seinem Namen beantwortet er mit ‚Nevermore‘ (deutsch: Nimmermehr), von der Büste der Athene über der Tür aus beantwortet er auch alle weiteren Fragen nur mit diesem Wort, bis hin zur aufgeregten Aufforderung zu verschwinden. Am Schluss des Gedichtes liegt der Erzähler tot im Schatten des Raben.
The Raven erschien zuerst am 29. Januar 1845 in Evening Mirror und später in der Anthologie The Raven and other Poems.

Im Oktober 2008 wurde unter Regie Richard Eismanns auf dem Wiesbadener Nordfriedhof der Kurzfilm „Edgar Allan Poe’s The Raven“.
Nicht direkt als Wiedergabe des Textes, sondern viel mehr als düstere Vorlesung des über den Gottesacker wandernden Von Karnstein.
Durch den Gesamteindruck aus Stimme, Ort, Inhalt und nicht zuletzt Kameraführung gelingt es dem Film, meines Ermessens nach, voll und ganz zu gefallen.

Und hier endlich die Videos:

Quelle der Informationen ist Wikipedia.

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9 Antworten to “Elsternnest – Von Karnstein in ‚The Raven‘”

  1. Wirklich eine gelungene Hommage an den Edgar, selten findet man begeisterte Enthusiasten die sich den Geschichte auf diese Art und Weise annehmen. Vielen Dank für Deine Zusammenfassung und das Video, das Karnstein mir offensichtlich und sträflich vorenthalten hat. Glücklicherweise gibt es immer dort wo Licht erstrahlt auch einen Schatten 😉

    • Gibt auch noch eins zu Das verräterische Herz, das ist auch ganz gut 🙂
      Ja, ist ein schön vielseitiges Pseudonym 😀
      Ich hoffe ich finde noch ein paar so tolle Sachen im Netz, aber ist ja genug da. Und einige Ideen für weiter Artikel hab ich auch =)

  2. Madame Mel Says:

    Poes „Rabe“ wurde hier von Eismann/Dombach hervorragend inszeniert. Mit seiner morbiden Theatralik setzt „von Karnstein“ das melancholische Werk perfekt in die schaurig-schöne Kulisse um. Die Kleidung ist natürlich optimal abgestimmt und die Jahreszeit (die fallenden Blätter des Herbstbaums als Vorboten des Todes) gut ausgewählt.

    Das Gedicht wird ja auch gerne musikalisch umgesetzt (u.a. von Tristania).

    Was ich persönlich niedlich finde: den leicht hessischen Akzent des Vorträgers;-) Nicht böse sein, ist mir aber gleich aufgefallen…

    • Schön zu sehn das den Leuten der Artikel gefällt 🙂
      Is mir gar nicht aufgefallen, aber ich kenn den auch nicht im Gegensatz zu ein paar anderen, muss ich mal drauf achten 😀

  3. Das Video ist wirklich ganz hervorragend gelungen. Ein Dank an Schatten, der uns diesen dunklen Diamanten ausgegraben hat, den Karnstein offensichtlich in den Tiefen des Internets vergraben hat 😉

  4. Hoppla, das hatte ich ja schon fast vergessen 🙂 Vielen Dank nochmal für den schmeichelhaften Artikel – ich bin ja nicht mehr wirklich angetan davon, da ich denke, dass Schauspiel einfach nicht mein Ding ist und ich es beim Vorlesen belassen sollte, und außerdem bin ich als Linguist auch mit der Aussprache oft nicht ganz zufrieden… aber Hauptsache es gefällt 🙂

    @Robert: Ich wollte es aus genannten Gründen nicht unbedingt an die große Glocke hängen, daher mein Schweigen ^^

    @Madame Mel: Ich denke/hoffe der Akzent ist nicht hessisch (ich spreche annähernd akzentfrei), ich habe im Gegenteil versucht mit meiner Aussprache der britischen „Received Pronunciation“ nahe zu kommen, wie sie um 1900 herum gewesen sein müsste (älteres konnte ich da nicht zuverlässig rekonstruieren). Die Vokale wirken daher teils etwas ungewohnt und vielleicht irritierend „deutsch“ ^^
    (Naja, aber letztlich bin ich halt doch einfach kein Muttersprachler *Schultern zuck* ^^)

  5. Madame Mel Says:

    @Karnstein
    Das sollte von mir keinerlei Tadel sein. Ganz im Gegenteil: deinen Gedichtsvortrag (und das inszenierte Video) finde ich sehr gelungen, zumal ich mich nicht erinnern kann, das Gedicht jemals in englischer Sprache aufgeführt gesehen zu haben.

    Auf jeden Fall finde ich, dass deine Aussprache – die, wie ich jetzt weiß, einer britischen Pronunciation nachempfunden ist – der sonst eher düsteren Atmosphäre etwas „Beschwingtes“ mitgibt. Naja, immerhin fiel es mir auf, deine sprachliche Einfärbung war also nicht umsonst 😉

    Da ich zwar normalerweise Hochdeutsch spreche, aber als „Zweitsprache“ auch „hessisch babbeln“ kann, kam mir wohl der Vergleich zu meinem gewohnten Dialekt in den Sinn. 😉

    Da fällt mir übrigens meine Freundin ein, die zwar ein akzentfreies Deutsch spricht, aber sobald sie in die englische Sprache wechselt, einen sehr starken russischen Akzent aufweist.

  6. @Karnstein
    Ich finde auch nicht, dass die Aussprache ein Makel ist 😉
    Hast meiner Meinung nach keinen Grund, das zu verstecken, ich hör mir das immer wieder gern an 🙂

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