Retro-Ecke: Videospiele II

Hier folgt nun der versprochene Teil 2 meiner Auflistung von sechs der kultigsten Videospiele vergangener Jahrzehnte. Diesmal sind es die wie angekündigt Lemminge, Asteroids und Pacman:

Nummer 1: Lemminge
Wer kennt sie nicht die kleinen Gestalten mit grüner Wuschelfrisur im blauen Anzug, die ohne Rücksicht auf Verluste stets stur gerade aus gehen.
Und genau darum geht es in diesem Knobelspiel von 1991. Man hat einen Eingang der nach und nach bis zu 100 Lemminge ausspuckt die dann umgehend los wandern. Das Ziel ist es jetzt eine vorgeschriebene Mindestanzahl an Lemmingen zum Ausgang zu bringen. Was sich so leicht anhört wird dadurch erschwert, dass auf dem Weg dorthin Abgründe, Mauern oder andere Hindernisse lauern. Wenn ein Lemming auf eine Mauer oder etwas anderes stößt in das er nicht hineinfallen kann, wendet er sich um und läuft in die andere Richtung. Trifft er auf einen Abgrund oder eine Grube dann, wie sollte es auch anders sein, stürzt er natürlich hinein. Je nach Tiefe fällt er entweder außer Sichtweite, zerpflatscht am Boden oder landet wohlbehalten und rennt dann dort hin und her.
Um diese Blockaden zu überwinden gibt es sieben verschiedene Typen Lemming:
Climber (Kletterer): Er kann sämtliche Hänge hoch-, aber nicht hinunter klettern.
Floater (Fallschirmspringer): Mit einem Regenschirm ausgerüstet gleitet dieser Lemming immer sanft zu Boden
Exploder (lebende Bombe): Nach 5 Sek. explodiert er und räumt so gegebenenfalls den Weg frei. Es sollte beachtet werden, dass er in dieser Zeit noch weiter läuft.
Blocker (Blockierer): Unbeweglich steht er an einer Stelle und lässt niemanden vorbei. Was nicht wenige Lemminge davor rettet in einen Abgrund zu stürzen.
Builder (Baumeister): Er legt baut hinter sich eine Treppe, die hilft Löcher zu überwinden oder Erhöhungen zu erklimmen.
Basher (Gräber): Sofern in dem Moment in dem man ihn auswählt eine Mauer vor sich hat, gräbt er bis er durch sie hindurch ist.
Miner (Minenarbeiter): Mit Hilfe einer Spitzhacke gräbt er sich Diagonal durch den Boden.
Digger (Buddler): Er schaufelt sich senkrecht nach unten durch.

Dann gibt es noch verschiedene Funktionen wie den Pauseknopf (Erklärung überflüssig ;)), den Beschleunigungsknopf und einen Button auf dem ein Atompilz abgebildet ist. Sobald alle Lemminge den Eingang verlassen haben, kann er gedrückt werden. Anschließend verwandeln sich sämtliche Lemminge in eine wandelnde Zeitbombe.

Ein wenig zum Hintergrund:
Verschiedene Programmierer von DMA Design zeichnete in 8×8 Pixel Größe bizarre Todesanimation um zu beweisen, dass auch dieses Größenformat statt 16×16 Pixel möglich ist.
Russel Key hatte daraufhin die Idee daraus ein Spiel zu entwickeln, er entwickelte eine Demoversion und stellte diese im Herbst ’89 Psygnosis vor.
Die charakteristische Farbgebung entstand, da die Kombination Grün-Blau auf der EGA-Palette auf die Entwickler den besten Eindruck machte.

Nummer 2: Asteroids
Ein Jahr nach Space Invaders (siehe hier),nämlich 1979 erschien bei Atari ein weiteres Arcade-Spiel mit Weltraum-Setting: Das von Lyle Rains und Ed Loggentwickelte Asteroids.
Bei diesem allerdings sind Aliens ein geringeres Problem, viel gefährlicher dagegen sind die riesigen Asteroiden, welche ohne Ziel und Weg um einen herum fliegen.
Man selbst ist ein kleines A-förmiges Raumschiff und muss verhindern von eben jenen Asteroiden getroffen zu werden. Zerschießt man diese mit seiner Laserkanone erhält man Punkte und der getroffene Himmelskörper zerfällt zu mehreren kleinen. Die Punkteverteilung ist wie folgt:
Für große Asteroiden erhält man 20 Punkte, für mittlere 50 Punkte und für die kleinen erhält man ganze 100 Punkte. Hin und wieder taucht ein feindliches UFO auf für dessen Zerstörung es sogar 200 Punkte gibt. Man verfügt neben dem Geschütz auch einen Raketenantrieb mit dem man vorwärts manövrieren kann. In dem Spiel herrschen so genannte zyklische Randbedingungen, was bedeutet, dass alles was über den Rand hinaus geht an der gegenüberliegenden Seite wieder hinein kommt, außerdem bremst das Raumschiff nach einer Weile ab, was in Widerspruch zum Trägheitsgesetz steht.

Skuriler Fakt zum Schluss:
2010 erwarb Universal Pictures die Rechte einen Asteroids-FIlm zu drehen, Produktion hat Lorenzo di Bonaventur, am Drehbuch arbeitet Matthew Lopez und für die Regie ist Jeff Kirschenbaum geplant.

Nummer 3: Pac-Man
Das wahrscheinlich bekannteste Videospiel überhaupt (meiner Einschätzung nach) hat bei einem sehr simplen Gameplay wohl die vergleichsweise komplizierteste Geschichte zur Entstehung seines Namens.
Anfangen muss man im Japan des Jahres 1980, wo es mit dem Namen Puck Man veröffentlicht wird, der Name leitet sich her vom lautmalerischen „paku paku“, was „wiederholt den Mund öffnen und schließen bedeutet“. Weitere Aspekte sind die Ähnlichkeit der Hauptfigur zu einem Puck und der englische Begriff Puck für Kobold. 1981 erschien Puck Man dann unter dem Namen Pac-Man in den USA, die Abwandlung kommt von der Befürchtung der Name könnte als “Fuck Man“ verballhornt werden.

Man selbst befindet sich als Pac-Man in einem einfach aufgebauten Labyrinth, ist damit beschäftigt alle Punkte zu fressen und wird von den Geistern Blinky (Rot), Pinky (Pink), Inky (Hellblau) und Clyde (Orange) (im japanischen Original Akabei, Pinky, Aosuke und Guzuta) gejagt. Berührt man einen von diesen so verliert man ein Leben, allerdings gibt es eine begrenzte Anzahl dickerer Punkte, die einem für kurze Zeit die Kraft geben, die nun blau gefärbten Geister zu fressen.
Um ein weibliches Publikum anzusprechen wollte der Entwickler Tōru Iwatani Gegner mit einem niedlichen Aussehen erstellen und verpasste den Geistern zu diesem Zweck große Augen.
Das Verhalten der Vier ist keineswegs zufällig sondern jeder Geist besitzt eine eigene, von den Zügen des Spielers abhängige, Strategie.

Den ersten offiziellen Weltrekord bei Pac-Man stellte 1999 Billy Mitchell auf, der den als perfect game bezeichnten Maximal-Highscore von 3.333.360 Punkten erzielte ohne ein einziges Mal gefressen zu werden.
Der aktuelle Weltrekord liegt bei 3 Stunden 41 Minuten und 22 Sekunden und wurde am 12.9.2009 von David Race erreicht.

Der Level 256 ist das höchste erreichbare Level, da durch einen technischen Fehler nur noch die linke Bildschirmhälfte angezeigt wird, während die rechte mit Buchstaben und Zahlen gefüllt ist.
Der Level ist nicht lösbar, da es in der linken Hälfte des Labyrinths nicht genug Punkte gibt um die Anforderung zu erfüllen.

Falls ihr noch irgendwelche Spieleklassiker im Internet findet, würde ich mich freuen wenn ihr mir mitteilt welche und wo 🙂

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